Sie wollte nicht allein mit ihm landen. So fing es immer an.
Die Küche war ruhiger als der Rest der Wohnung — nur das Summen des Kühlschranks und jetzt er, der sich umdrehte, als er sie eintreten hörte.
„Hey," sagte er. Es war das gleiche Hey. Das, das bedeutet: Ich warte auf dich.
Sie griff an ihm vorbei nach einem Glas, wie sie früher an ihm vorbei nach allem griff — sein ganzer Körper vertrautes Gelände, das sie nicht mehr betreten durfte. Ihr Arm streifte seine Schulter. Keiner von ihnen bewegte sich.
Sie sprachen über die Party. Über gemeinsame Freunde. Über nichts. Sie beobachtete seine Hände, wenn er sprach — die Art, wie er an seinem Kragen zog, wenn er etwas Wahres sagen wollte.
„Du siehst—" begann er. „Nicht," sagte sie. Nicht ungütig. Er nickte und ließ es sein. Er hatte schon immer gewusst, welcher Satz ungesagt bleiben musste.
Sie goss Wasser ein, das sie nicht wollte, und stand da und trank es, und die ganze schreckliche Architektur dessen, was sie waren, erhob sich leise um sie herum — alle Zimmer, die sie geteilt hatten, all die Stille, die sie gemeinsam geprägt hatten.
Draußen lachte jemand. Jemand wechselte das Lied. Er sagte ihren Namen, einmal, leise — nicht um sie zu rufen, sondern nur wie etwas, das ihm noch gehörte.
„Ich sollte reingehen," sagte sie. „Ja," sagte er. Auch er rührte sich nicht.
Und sie dachte: Das sagt dir keiner — dass es nicht verblasst. Dass der Körper sein eigenes stilles Archiv bewahrt, geduldig wie Stein, bereit, die ganze Geschichte beim leisesten Anstoß zurückzugeben.
Sie bewegte sich zur Tür. Spürte seinen Blick auf ihrer Schulter landen wie eine Hand.
Sie sah sich nicht um. Das war schon immer ihr Kunstgriff gewesen.