Sie hatte einen Grund. Sie hatte sich das gesichert — etwas Praktisches, etwas, das sie sich selbst um elf Uhr nachts erklären konnte.
Die Nummer war noch immer in ihrem Telefon, unter seinem Vornamen eingespeichert, wie man einen Zahnarzt ablegt. Sie hatte sie zweimal angesehen, bevor sie wählte.
Er ging beim zweiten Läuten ran. Seine Stimme hatte diese halbe Taktpause, die sie vergessen hatte — ein kleiner Abstand zwischen dem Entschluss zu sprechen und dem Sprechen selbst, als müsse es erst durch etwas hindurch.
Sie erzählte ihm, warum sie anrief. Er hörte zu, ohne sie zu unterbrechen. Das stimmte immer noch: Er ließ dich ausreden, bevor er sich entschied, was er dachte.
'Ganz einfach,' sagte er. 'Das kann ich machen.' Sie dankte ihm. Er sagte natürlich. Und dann legte keiner von ihnen auf.
Sie zählte bis drei. Er sagte ihren Namen — nur ihren Namen, nichts weiter — und etwas in ihrer Brust verschob sich seitwärts, eine Verschiebung, für die es kein gutes Wort gab.
'Ich weiß,' sagte sie, obwohl er nichts gesagt hatte.
'Ich habe an dich gedacht,' sagte er.
Vor ihrem Fenster fuhr ein Auto langsam vorbei, langsam genug, dass seine Musik in Stücken ankam — Bass, dann eine Stimme, dann Stille, dann weg.
'Willst du—'
'Nein,' sagte sie. 'Ja. Ich weiß nicht, was ich will.'
'Mir auch,' sagte er.
Sie hielt das Telefon nach ihrem Abschied einen Moment lang an ihre Wange. Die Wärme, die es dort hinterließ, währte länger als sie sollte.