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Der KatalogAlte Flammen1 Min.

Vierhändig

A South Asian woman with a long dark braid, in a deep-green off-the-shoulder satin dress, sits close beside a fair-skinned man in an unbuttoned white shirt at an upright piano, her hand overlapping his on the keys, her bare shoulder against his chest, his mouth near her temple, champagne glasses and a warm lamp lit on the piano top behind them in an otherwise dark room.
Bar eleven, always bar eleven.

Um elf hatte sich das Fest auf die Küche und das kalte Ende der Veranda gelichtet, und das Klavier im vorderen Zimmer stand vergessen da, sein Deckel offen wie ein Mund, mitten im Satz stehengelassen.

Sie ging zu ihm hin, wie sie es vor fünfzehn Jahren getan hatte, ohne es sich richtig vorzunehmen, und setzte sich, und ihre Hände fanden die Oberstimme, noch bevor der Rest von ihr zugestimmt hatte.

Er tauchte in der Tür auf, zwei Gläser in der Hand, die er vergessen hatte weiterzureichen, und sie musste sich nicht umdrehen, um zu wissen, dass er lächelte — sie hätte es an der Art seines Schweigens gehört.

"Du kannst deine Stimme noch", sagte er. Keine Frage. Er stellte die Gläser auf die Ablage des Klaviers, weil es sonst keinen Platz dafür gab, und dann gab es auch für ihn keinen Platz mehr außer der Bank neben ihr.

Er übernahm den Bassschlüssel, wie er es immer getan hatte, einen halben Schlag zu spät, sich in ihr Tempo hineinkorrigierend, und die Bank — für eine Person gebaut, die sich höflich zusammenrückt — drückte sein Knie fest gegen ihres.

Beim ersten Mal verpassten sie den Einsatz und lachten darüber in jener besonderen Stille, die ein Lachen in einem leeren Zimmer bekommt, und fingen von vorn an, und diesmal fanden sie ihn.

Dort, wo sich die Stimmen kreuzten, Takt elf, immer Takt elf, glitt seine Hand unter ihrer hindurch zu den tiefen Tönen und blieb einen halben Schlag länger, als die Musik es verlangte, ihr Handgelenk streifte seine Knöchel, und keiner von beiden verpasste den Takt, und beide registrierten genau, was dieser Takt gekostet hatte.

Auf der zweiten Seite hatte seine Schulter ihre gefunden und blieb einfach dort, warm durch zwei dünne Stofflagen, und sie ließ die Phrasierung unter ihren Händen weich und langsam werden, weil Eile es nur früher beendet hätte.

Keiner von beiden richtete sich auf, als der letzte Akkord unter dem Pedal verklungen war. Seine Hand verließ die Musik, nicht die Tasten, und legte sich stattdessen auf ihre, und im Zimmer war nur noch der Klang zu hören, den die Saiten machen, nachdem die Noten verklungen sind — der Klang, der nicht angeschlagen wird, sondern nur geschieht.

"Wir hätten es schon vor Jahren zu Ende spielen sollen", sagte sie, und meinte das Stück, und meinte noch einiges andere, das sie heute Nacht auch nicht benennen wollte, und er drehte den Kopf um den halben Zentimeter, der nötig war, um näher als ein Gespräch zu sein, und widersprach ihr nicht.