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Der KatalogNach Einbruch der Nacht1 Min.

Das Brummen

A woman in a white tank top holds a cold glass bottle to her collarbone, a bare-chested man's hand curved over hers, both lit by the blue-white glow of an open refrigerator in an otherwise dark kitchen, their faces close together.
Two a.m., and neither of them closed the door.

Die Hitzewelle hatte nichts gebrochen. Zwei Uhr morgens, und die Wohnung hielt noch den ganzen Tag fest, der Deckenventilator schob dieselbe warme Luft in einem langsamen, nutzlosen Kreis herum.

Sie fand die Küche erleuchtet, bevor sie ihn darin fand — die Kühlschranktür stand offen, ihr kaltes blauweißes Licht das Einzige, was in der ganzen dunklen Wohnung wach war, flach über die Fliesen gelegt und eine Wand hinauf.

Er drehte sich nicht um. „Kannst auch nicht schlafen.“

Sie durchquerte den Boden barfuß und stellte sich dorthin, wo die kalte Luft aus der offenen Tür fiel, ihr Tanktop dünn und klamm von der Hitze, und ließ es sich wie einen Wetterumschwung anfühlen.

Er hielt eine Flasche am Hals, schon feucht in seiner Hand, und reichte sie ihr, ohne dass sie gefragt hätte. Sie war kalt genug, um beim Schlucken wehzutun, also drückte sie sich das Glas stattdessen ans Schlüsselbein, und er sah ihr dabei zu, als würde er es sich einprägen.

Keiner von beiden griff nach der Tür, um sie zu schließen. Der Kompressor brummte weiter, geduldig und gleichgültig, und ließ seine Kälte über beide fließen, während der Rest der Wohnung hinter ihnen eng und stickig blieb.

Seine Hand fand ihre an der Flasche — nahm sie nicht, lag nur dort, sein Daumen strich langsam über ihre Knöchel. Eine Weile war das alles: ihr Rücken an der Kante der Arbeitsplatte, seine nackte Brust noch feucht vom vergeblichen Versuch zu schlafen, das Kühlschranklicht, das beiden Gesichtern etwas Unvorteilhaftes und Vollkommenes zugleich antat.

„Wir sollten sie zumachen“, sagte sie und rührte sich nicht.

„Gleich“, sagte er, und rührte sich auch nicht.

Das Brummen ging weiter. Irgendwo hinter dem Fenster fuhr ein Auto vorbei und spielte keine Rolle. Seine Hand glitt von ihrer zu ihrem Handgelenk, ohne Eile, sein Mund nah genug an ihrer Schläfe, dass sie die Worte spürte, bevor sie sie hörte. Die Kälte kam weiter. Für eine lange Minute war die ganze Nacht nur das — ein weißes Licht, ein leises Brummen, und die beiden, stehend am einzigen kühlen Ort der Stadt, entschieden, ohne es ganz zu entscheiden, noch ein bisschen zu bleiben.